Masterplan Stadtgrün: Diese Perspektiven gibt es für Meschenich

Eine Luftaufnahme des Ortes Meschenich mit vielen bunten Post-Its.

Mehr Grün, bessere Wege, neue Begegnungsorte und eine attraktivere Brühler Landstraße: Der aktuelle Stand des Masterplans Stadtgrün beschreibt einige konkrete Entwicklungsperspektiven für Meschenich.

Im März waren wir bei der Bürger*innenwerkstatt zum Masterplan Stadtgrün in der Stadtteilbibliothek Rodenkirchen dabei. Dort konnten Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen und Wünsche für die Grün- und Freiräume in ihrem Stadtbezirk einbringen. Auch wir von aktiv für Meschenich haben diese Gelegenheit genutzt und Vorschläge für unseren Stadtteil eingebracht. Darüber haben wir bereits ausführlich berichtet.

Nun liegt der aktuelle Stand der Bearbeitung für den Stadtbezirk Rodenkirchen vor. Insgesamt konnten bei dem Termin in der Stadtteilbibliothek 844 Ideen für das Kölner Stadtgrün gesammelt werden. Beim Blick auf die Vorschläge für Meschenich zeigt sich: Viele Themen, die uns im Veedel beschäftigen, finden sich auch in den Entwicklungsperspektiven des Masterplans wieder.

Was soll sich in Meschenich entwickeln?

Der Plan beschreibt Meschenich als einen Stadtteil, der stark durch die umliegenden landwirtschaftlichen Flächen sowie einzelne Grün- und Sportanlagen geprägt ist. Gleichzeitig werden insbesondere rund um den Kölnberg, entlang der Brühler Landstraße und bei den Verbindungen ins Umland Potenziale gesehen. Ein wichtiges Ziel ist dabei, Meschenich stärker mit den benachbarten Stadtteilen und dem übergeordneten Grün- und Freiraumnetz Kölns zu verbinden.

Für Meschenich werden fünf Schwerpunkte besonders hervorgehoben.

1. Die Brühler Landstraße als Begegnungsraum

Die Brühler Landstraße hat Meschenich über Jahrzehnte stark geprägt. Mit der neuen Umgehungsstraße ergeben sich nun neue Möglichkeiten für den bisherigen Straßenraum. Der Masterplan schlägt deshalb vor, die Brühler Landstraße langfristig stärker zu einem qualitativen Stadtraum mit höherer Aufenthaltsqualität weiterzuentwickeln. Dabei geht es nicht nur um mehr Grün. Auch zusätzliche Aufenthaltsflächen und ein erweitertes gastronomisches Angebot werden als Wünsche aus der Bevölkerung genannt. Die Straße könnte damit mehr sein als eine Verkehrsverbindung: ein Ort, an dem Menschen sich aufhalten, treffen und gerne im Veedel unterwegs sind.

Das ist ein Punkt, den wir bei der Bürger*innenwerkstatt angesprochen haben. In unserem ersten Bericht hatten wir unter anderem die Idee eingebracht, den Bereich der Brühler Landstraße stärker als Begegnungsort zu nutzen.

2. Ein neuer zentraler Treffpunkt für Meschenich

Eine weitere Perspektive betrifft das Stadtteilzentrum. Der Masterplan beschreibt, dass die Brühler Landstraße Meschenich heute in die Bereiche „Alt-Meschenich“ und „Neu-Meschenich“ teilt. Gleichzeitig fehlt ein zentraler Ort, der als Treffpunkt und Aufenthaltsraum für die Bewohner*innen des gesamten Stadtteils dienen kann.

Als mögliche Antwort wird ein neuer Quartiersplatz in zentraler Lage vorgeschlagen – vorzugsweise entlang der Brühler Landstraße. Ein solcher Platz könnte dazu beitragen, die verschiedenen Teile Meschenichs stärker miteinander zu verbinden und einen Ort für Begegnung, Aufenthalt und gemeinschaftliches Leben schaffen.

3. Mehr Spiel und Bewegung an der Heinrich-Ebert-Straße

Auch eine ganz konkrete Grünfläche wird im Masterplan aufgegriffen: die Grünfläche an der Heinrich-Ebert-Straße. Die Fläche werde derzeit nur wenig genutzt und biete vergleichsweise wenige unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten. Gleichzeitig gab es bereits Überlegungen, sie zu einer generationsübergreifenden Spiel- und Sportfläche weiterzuentwickeln.

Der Masterplan empfiehlt, diese Überlegungen wieder aufzunehmen und zu konkretisieren. Damit könnte aus einer bislang wenig genutzten Fläche ein Ort werden, an dem Kinder spielen, Jugendliche sich bewegen und Menschen verschiedener Generationen zusammenkommen können.

4. Ein grünes Netz rund um Meschenich

Grün endet nicht an der Stadtteilgrenze. Der Masterplan sieht Potenzial darin, Meschenich sowie Rondorf und Immendorf besser an das Kölner Grünraumnetz anzubinden.

Dazu könnte ein übergeordnetes Netz aus Grünverbindungen und Wegen entwickelt werden. Gerade die heute stark landwirtschaftlich geprägten Bereiche rund um Meschenich könnten dabei stärker für Naherholung, Biodiversität und zusammenhängende Wegebeziehungen genutzt werden.

Die Idee eines solchen „grünen Gürtels“ rund um Meschenich hatten wir bei der Bürger*innenwerkstatt eingebracht. Unser Wunsch war und ist, dass die Landschaft rund um Meschenich nicht nur als Fläche zwischen den Stadtteilen betrachtet wird, sondern als wertvoller Freiraum, den man zu Fuß oder mit dem Fahrrad erleben kann.

5. Neue Perspektiven für den Kölnberg

Besonders interessant ist auch der Blick auf die Grünflächen rund um den Kölnberg.

Der Masterplan sieht dort Potenzial für eine deutliche Verbesserung der Aufenthaltsqualität. Die vorhandenen Zwischenräume seien teilweise wenig genutzt und könnten stärker aktiviert werden. Dabei soll die Bewohnerschaft ausdrücklich einbezogen werden. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort und lokalen Initiativen könnten neue, multifunktionale Begegnungsräume entwickelt werden. Als mögliche Perspektiven nennt der Plan unter anderem Mehrgenerationen- und Jugendtreffpunkte.

Auch die Parkhäuser werden in diesem Zusammenhang angesprochen: Wenn ruhender Verkehr dort stärker gebündelt werden kann, könnten durch die Entsiegelung anderer Flächen neue Freiräume für die Nachbarschaft entstehen.

Ein kleinerer, aber unmittelbar sichtbarer Ansatz wird ebenfalls genannt: Eine bessere Entsorgungsinfrastruktur sowie die gezielte Unterstützung und Ausweitung von Müllsammelaktionen könnten kurzfristig zu einer Aufwertung des Wohnumfelds beitragen.

Nicht nur einzelne Grünflächen, sondern ein Gesamtkonzept

Interessant ist, dass der Masterplan Meschenich nicht isoliert betrachtet. Es geht um die Frage, wie Grünflächen innerhalb des Stadtteils besser genutzt und gestaltet werden können. Gleichzeitig geht es um Verbindungen nach außen, um Wege, Naherholung und die Einbindung Meschenichs in größere Grün- und Freiraumstrukturen. Auch eine Einbindung in regionale Freiraumkonzepte wie die „Rheinischen Gärten“ soll geprüft werden.

Was passiert jetzt?

Wichtig ist: Die genannten Punkte sind Entwicklungsperspektiven und Handlungsempfehlungen. Sie bedeuten noch nicht, dass die jeweiligen Projekte bereits beschlossen oder finanziert sind.

Die Vorschläge aus der Beteiligung werden nun von der Stadtverwaltung weiter geprüft und im Rahmen der Fortschreibung des Masterplans Stadtgrün aufgearbeitet. Anschließend soll die Fortschreibung dem Rat der Stadt Köln zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Für uns als Bürgerverein ist dabei besonders wichtig, dass die Menschen aus Meschenich auch bei den nächsten Schritten einbezogen werden. Denn viele der genannten Ideen können nur funktionieren, wenn sie gemeinsam mit den Menschen entwickelt werden, die hier leben.

Unsere Ideen bleiben auf dem Tisch

Wir freuen uns deshalb, dass sich mehrere unserer Themen im aktuellen Plan wiederfinden – von der stärkeren Begrünung und Aufwertung der Brühler Landstraße über neue Begegnungsorte bis hin zu besseren Grünverbindungen rund um Meschenich. Wir werden den Prozess weiter beobachten und darüber informieren, was aus den Vorschlägen wird.

Und natürlich interessiert uns auch weiterhin Eure Meinung:

-> Wo braucht Meschenich mehr Grün? Wo fehlt Euch ein Treffpunkt? Welche Wege sollten besser miteinander verbunden werden? Und welche Grünfläche im Veedel verdient dringend mehr Aufmerksamkeit?

Schreibt uns Eure Ideen – denn ein grüneres und lebenswerteres Meschenich entsteht nicht allein auf dem Papier, sondern gemeinsam mit den Menschen, die hier leben.