2. Demo mit ca. 500 Teilnehmern wieder erfolgreich

Auch die zweite Demo gegen L├Ąrm- und Abgasbelastung war wieder sehr gut besucht.

Als wir uns vor 2 Monaten zur ersten Demo getroffen haben, um unsere Meinung zum Verkehrsaufkommen in Meschenich kundzutun, waren wir ├╝berw├Ąltigt von der Anteilnahme der Meschenicher B├╝rger. Auch hinterher haben wir gro├čen Zuspruch erfahren, jedoch auch Kritik, die sich im allgemeinen darauf bezog, dass die Polizei den Verkehr durch die Nebenstra├čen von Meschenich umgeleitet hat.

Dazu ist zu sagen, dass wir keinen Einfluss darauf hatten. Wir haben es auch erst nach der Demo erfahren. Die Polizei tut ihre Pflicht, um den Stau klein zu halten. Wir k├Ânnen nicht viel daran ├Ąndern, haben aber versucht dies heute mit einer ver├Ąnderten Wegf├╝hrung etwas zu verhindern.

Ansonsten finden wir es toll, dass wir dieses Mal noch mehr Banner an den H├Ąusern haben. Wir w├╝rden diese ┬ágerne auch noch eine zeitlang nach der Demo h├Ąngenlassen. Vielen Dank auch den vielen Helfern f├╝rs Malen und Verteilen von Bannern und Flyern.

Doch was ist eigentlich seit dem 26.11.2012 passiert:

Der Verkehrsausschuss der Stadt K├Âln hat zwei Mal getagt. Beim ersten Mal wurde der Antrag auf ein LKW-Durchfahrverbot gestellt, aber aufgrund von parteipolitischen Erw├Ągungen seitens der Gr├╝nen und der SPD vertagt. Es ist zwar ├Ąrgerlich, aber wir wollen da auch nicht mehr nachkarten. Fakt ist, dass das Thema letzten Dienstag erneut auf der Tagesordnung stand. Auch hier gab es wieder etwas Widerstand bez├╝glich der Formulierung des Antrags f├╝r ein LKW-Durchfahrverbot. Schlussendlich hat man sich auf folgendes geeinigt:

ÔÇ×Die Verwaltung wird beauftragt, unverz├╝glich alle Ma├čnahmen zu ergreifen, die geeignet sind, im Stadtteil Meschenich die L├Ąrm- und Schadstoffbelastung durch den Verkehr entscheidend zu reduzieren; dazu kann ein Lkw-Durchfahrtsverbot geh├Âren. Die Bezirksregierung wird aufgefordert, dieses Verfahren beschleunigt durchzuf├╝hren.

Zudem fordert der Verkehrsausschuss des Rates der Stadt K├Âln das Bundesverkehrsministerium und das Landesverkehrsministerium auf:
-> mit dem Bau der OU Meschenich zu beginnen, auch wenn die Voraussetzungen f├╝r den Bau der Fortsetzung zum GVZ noch nicht vollst├Ąndig gegeben ist,

-> die Untersuchung einer 5. Variante der Linienf├╝hrung mit Auffahrt auf die A4 an der Querung der Br├╝hler Landstra├če/B51 (alt) nicht weiter zu verfolgen. Diese Variante wird abgelehnt.ÔÇť

Diese Willenserkl├Ąrung der politischen Vertreter ist zu begr├╝├čen, aber die Verwaltung hat das Heft in der Hand.

Leider l├Ąsst sich auch die Politik von der Stadtverwaltung auf der Nase rumtanzen. In der Sitzung davor wurde die Verwaltung aufgefordert, zu ermitteln, was erforderlich ist, um ein LKW-Durchfahrverbot zu erwirken. Die Stadt hat daraufhin eine Verkehrsz├Ąhlung Mitte Dezember durchgef├╝hrt. Diese Zahlen liegen weder uns, noch der Bezirksvertretung vor und wurden auch nicht im Verkehrsausschuss genannt. Mit diesen Zahlen soll dann f├╝r jedes einzelne Haus eine L├Ąrmberechnung durchgef├╝hrt und ermittelt werden, welche Ma├čnahmen zu welchem Ergebnis f├╝hren. Dies alles fordert die Bezirksregierung von der Stadt. So ist zu mindestens die Aussage der Stadt. Diese Berechnungen sollen noch einige Monate dauern, obwohl hier nichts anderes passiert, als eine Computerprogramm mit entsprechenden Zahlen ├╝ber Verkehrsdichte und baulichen Gegebenheiten zu f├╝ttern.

Und jetzt kommen die weiteren Ungeheuerlichkeiten:

  1. Bereits vor drei Jahren stellt ein Anwohner der Br├╝hler Landstr. einen Schutzantrag, wie ihn jetzt ganz viele B├╝rger gestellt haben. Die Stadt hatte also bereits mehr als drei Jahre Zeit, sowohl die Schadstoffe, als auch den L├Ąrm zu messen bzw. zu berechnen. Was ist in dieser Zeit passiert? Lediglich die Schadstoffmessung seit Anfang 2011.
  2. Von der Stadt wird immer auf die Bezirksregierung als Genehmigungsbeh├Ârde hingewiesen. Wir haben bei der Bezirksregierung┬á angefragt.Die Stadt ist gar nicht von der Bezirksregierung abh├Ąngig, wie uns immer weisgemacht wird. Sie hat beispielsweise das LKW-Verbot auf der Autobahnbr├╝cke in Leverkusen und auch das f├╝r LKW ├╝ber 30 t auf der M├╝lheimer Br├╝cke vollkommen selbstst├Ąndig erlassen. Die Bezirksregierung wurde hier vorher gar nicht gefragt.
  3. Auch gibt es Ma├čnahmen, bei denen die Stadt sowieso selbst├Ąndig handeln kann. Sei es eine Geschwindigkeitsbegrenzung oder bauliche Ma├čnahmen. Wo wir gerade bei baulichen Ma├čnahmen sind. War es 2011, als die Br├╝hler Landstr. wegen der Frostsch├Ąden zu einem Teil neu asphaltiert wurde? Leider ohne den im Volksmund Fl├╝sterasphalt genannten Werkstoff zu verwenden. Hier wurde auch wieder eine Chance vertan, etwas mehr Ruhe einkehren zu lassen.

Was ist aus den ├╝brigen Punkten geworden, die wir im November erw├Ąhnt haben? Zun├Ąchst mal die Punkte, wo sich ├╝berhaupt etwas getan hat:

Busanbindung Kalscheuren
Die Bezirksverwaltung hat 10.000 ÔéČ der KVB f├╝r die Anschubfinanzierung einer Shuttlebusverbindung zur Verf├╝gung gestellt. Nichts weiter ist seither passiert. Auf der Sitzung des Verkehrsausschusses habe ich Herrn H├Âhn von der KVB bezgl. der Verkehrsprobleme angesprochen. Sein zynischer Kommentar war, dass wir weniger Verkehrsprobleme h├Ątten, wenn die Pendler mit der KVB fahren w├╝rden.

Mal davon abgesehen, dass heute im Berufsverkehr die Auslastung der KVB bis an die Grenzen ihrer Leistungsf├Ąhigkeit geht, n├╝tzt uns dies f├╝r den LKW-Verkehr auch nichts. Herr H├Âhn wies auf die schlechten Fahrgastzahlen der Linie 935 hin, die ja als Zubringer zum Bahnhof Kalscheuren dient.┬á Ja kein Wunder, wenn die Linie morgens fr├╝hestens um 06:52 am Bahnhof ankommt und abends der letzte Bus dort um 19:09 abf├Ąhrt.

Radwege zwischen den D├Ârfern
Hier hat die Bezirksvertretung Im Dezember beschlossen, dass die vorhandenen Feldwege zwischen Rondorf und Meschenich f├╝r den Radverkehr hergerichtet werden sollen, d.h. dort m├╝sste Feinschotter aufgebracht werden. Auch hier muss allerdings die Stadtverwaltung zuerst mit Grundst├╝ckseigent├╝mern sprechen, Umweltamt und Landschaftsplaner m├╝ssen gefragt werden. Ob also gebaut wird ist noch fraglich.

Zu den anderen Punkten
Ob B├╝rgerzentrum, Gr├╝nanlagen, Sozialraumkoordination, Sportplatz oder der Ansiedlung eines Vollversorgers, zu keinem dieser Punkt ist etwas passiert. Nach wie vor ist dies ein Trauerspiel.

Liebe Meschenicher, vielen von Ihnen haben inzwischen einen Schutzantrag gestellt. Die meisten haben schon eine R├╝ckantwort der Stadt erhalten. Damit die Stadt uns nicht weiter hinh├Ąlt, brauchen wir jetzt Anwohner der Br├╝hler Landstr., die auch bereit sind, den Weg weiter zu gehen. Gerne pr├╝fen wir, wenn keine Rechtsschutzversicherung greift, ob wir dieses Vorgehen finanziell unterst├╝tzen k├Ânnen. Wenden Sie sich an uns.

Aber wir m├Âchten beim Thema Verkehr nicht aufh├Âren. Helfen Sie mit, auch mit den anderen Themen die Lebensqualit├Ąt in Meschenich weiter zu verbessern, sei es durch eine Mitgliedschaft bei uns, eine Spende, oder Ihre Mitarbeit bei einzelnen Projekten. Unser n├Ąchster B├╝rgerstammtisch findet am Dienstag, 26.2.2013 in der Gastst├Ątte Reiterstube um 19:00 statt. Gehen sie hin.

Alles in allem bleibt noch viel zu tun.

Wir fordern deshalb die Politik auf, die Verwaltung st├Ąrker in die Pflicht zu nehmen als bisher und insbesondere die Aussagen der Verwaltung zu hinterfragen.

Weiterhin fordern wir Herrn Harzendorf und Herrn H├Âing auf, die Hinhaltetaktik f├╝r die Meschenicher endlich zu beenden und unverz├╝glich Ma├čnahmen zur Verkehrsberuhigung zu ergreifen.

Und um auf meine letzte Rede nochmals zur├╝ckzukommen: Im Sinne von Arsch huh gibt es in Meschenich immer noch gen├╝gend Ansatzpunkte um Solidarit├Ąt und Gerechtigkeit in dieser Stadt zu schaffen.

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Datum: Montag, 28. Januar 2013 18:57
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4 Kommentare

  1. 1

    Schade das in der presse nicht viel zu lesen gibt von der Aktion. ­čÖü

    Die Br├╝hlerstra├če sollte jede Woche mal ne Stunde dicht gemacht werden.

  2. 2

    Abwarten, meistens kommt es in den Lokalteilen am Di oder Do. Im KWS sollte auch was kommen, wahrscheinlich aber erst n├Ąchste Woche.

  3. 3

    Busanbindung Kalscheuren

    In Kalscheuren ist die Anbindung an K├Âln als relativ gut zu bezeichnen. Immerhin zwei, in den fr├╝hen Morgenstunden sogar 3 Z├╝ge halten dort und bringen einen binnen 12 Minuten zum Hauptbahnhof. Mit der jetzigen Busverbindung wird es jedoch eng, den Eifel-Express Richtung K├Âln um z.B. 6:59 Uhr zu erreichen, denn der Fu├čweg von der Bushaltestelle zum Gleis ist relativ lang. Verpasst man den Zug, darf man eine Stunde warten (zwischen 6 und 8 nur 25 Minuten). In Richtung Bonn gibt es exakt einen Zug, den man mit dieser Busverbindung sicehr erreicht. F├╝r diese Richtung w├Ąre aber eine Busanbindung an den Br├╝hler Bahnhof w├╝nschenswert. Heute kann man zwar um 13 nach (und manchmal auch um 43) Richtung Br├╝hl mit der Linie 935 fahren, muss dann aber in der Kaiserstra├če aussteigen und zum Bahnhof zu Fu├č gehen, was mir strammen Schrittes in 10-15 Minuten gelingen kann. Nun halten in Br├╝hl deutlich mehr Z├╝ge in beide Richtungen (n├Ąmlich zwei), dummerweise fahren diese zwei (die nicht in Kalscheuren halten) innerhalb weniger Minuten in Br├╝hl ab.

    Wenn man sich ├╝ber fehlende Fahrgastzahlen beklagt, ist heutzutage das Angebot schuld, nicht der fehlende Fahrgast. Denn wenn man morgens gl├╝cklich per Bus und Bahn sein Ziel erreicht hat, m├Âchte man Abends ja auch wieder zur├╝ck. Und da stimmen die Angebote meistens wieder nicht.

    Oder das Beispiel Linie 135 und Bahnhof Godorf, wo die Linie 16 h├Ąlt. Der Bus aus Meschenich kommt exakt eine Minute nach Abfahrt der Linie 16 Richtung Bonn am Bahnhof Godorf an. Die n├Ąchste Bahn f├Ąhrt erst 20 Minuten sp├Ąter. Macht da der Verzicht aufs Auto Spa├č? Zumal in Godorf kein Kiosk ist, der die Wartezeit ertr├Ąglich machen w├╝rde. Abends auf dem R├╝ckweg sieht man ├╝brigens ebenfalls nur die R├╝cklichter der Linie 135.

    Bei so einem Angebot darf sich Herr H├Âhn nicht ├╝ber fehlende Kunden wundern. Ein besseres Angebot ist teuer f├╝r die KVB und schwierig umzusetzen, wenn es nur die Rush-Hour betrifft. Aber die Nicht-Nutzung eines schlechten oder gar nicht vorhandenen Angebots kann man nicht dem Kunden vorwerfen.

  4. 4

    Hallo liebe Meschenicher,

    Gl├╝ckwunsch zu einer so tollen Beteiligung an der Demo. Auch wir in Oberbruch sind den Verkehrsl├Ąrm und die Feinstaubbelastung satt und sind mal gespannt, was sich die Verantwortlichen von Kreis und Stadt Heinsberg zur Verringerung des Verkehrsaufkommens einfallen lassen werden. Wir w├╝nschen Euch auf jeden Fall viel Erfolg!!!!

    Manfred und Heidrun Kricke (www.verkehrslaerm.wordpress.com)

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